Spricht man über die Musik von Viktor Kosenko und Frédéric Chopin, denkt man unweigerlich zuerst an ihre Klavierwerke. Für beide Komponisten war das Klavier das zentrale Ausdrucksmittel — ein Ort der Intimität, des lyrischen Erzählens und der inneren Wahrhaftigkeit.
Kosenko bewunderte Chopin zutiefst und fühlte sich ihm künstlerisch eng verbunden. Wie Chopin widmete er sich intensiv der Klavierminiatur, verstand die Etüde als konzertante Form und betrachtete das Klavier als Instrument eines sehr persönlichen musikalischen Bekenntnisses. Bezeichnenderweise schufen beide Komponisten je drei Klaviersonaten, Werke, die formale Größe mit romantischer Ausdruckskraft verbinden.
Beide Künstler einte zudem eine starke emotionale Verbundenheit mit ihren Heimatländern sowie ein sensibles Erleben der historischen Umbrüche ihrer Zeit. Ihre Lebenswege waren kurz, aber außerordentlich fruchtbar. In diesem Konzert begegnen sich Kosenkos Dritte Klaviersonate und Chopins Dritte Klaviersonate als Dialog zweier romantischer Welten — verbunden durch das Klavier und eine gemeinsame künstlerische Haltung.