Das Eröffnungskonzert des Festivals Sounds of Ukraine ist Akimenko Theodore (1876–1945) und Claude Debussy (1862–1918) gewidmet. In diesem Jahr wird ein Jubiläum von Akimenko Theodore begangen – einem Komponisten, der zu Lebzeiten eine bedeutende Rolle im europäischen Musikleben spielte, jedoch über Jahrzehnte aus dem kulturellen Bewusstsein der Ukraine verschwand.
Der Hauptgrund dafür war seine erzwungene Emigration und die politischen Umstände: Während der Sowjetzeit wurden emigrierte Komponisten aus dem öffentlichen Kulturraum ausgeschlossen, ihre Namen nicht genannt und ihre Werke nicht aufgeführt.
Akimenko Theodore wurde in der Region Charkiw geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung an der Hofsängerkapelle sowie am Petersburger Konservatorium. Er war ein vielseitig gebildeter Komponist, Pianist, Dirigent und Pädagoge, konzertierte und lehrte in verschiedenen europäischen Ländern. Sein Lebensweg führte ihn über Tiflis, Nizza und Prag nach Paris. In die Ukraine kehrte er nur ein einziges Mal zurück, im Jahr 1924.
Im Exil wandte sich Akimenko Theodore bewusst der ukrainischen Thematik zu. Besonders in Prag, im Kreis ukrainischer Intellektueller und Künstler, entstanden zahlreiche Werke mit nationalem Bezug, die auch in diesem Konzert erklingen.
Seine musikalische Sprache ist deutlich europäisch geprägt und verbindet deutschen Romantizismus mit französischem Impressionismus, feiner Klangfarblichkeit und eleganter Form. Frankreich wurde seine letzte Heimat – in Paris lebte er 17 Jahre. Aus diesem Grund wird seine Musik in diesem Konzert bewusst neben der von Claude Debussy präsentiert.
Ein besonderer Schwerpunkt des Programms ist die Tradition des vierhändigen Klavierspiels. Debussys Petite Suite gehört zu den bekanntesten Beispielen dieses Genres in der französischen Musik, während Akimenkos Sechs ukrainische Stücke für Klavier zu vier Händen zu den frühesten Beispielen dieses Genres in der ukrainischen Kunstmusik zählen.
Glockengasse 6
50667 Köln
Akimenko Theodore (1876–1945)
6 ukrainische Stücke, op. 71 (1925)
für Klavier zu vier Händen
Claude Debussy (1862–1918)
Petite Suite (1889)
für Klavier zu vier Händen
Akimenko Theodore (1876–1945)
Ausgewählte Klavierwerke (Solo)
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