Nazarii Pylatiuk zählt zu den bekanntesten Geigern der zeitgenössischen ukrainischen Musik. Er ist ein Musiker mit ausgeprägter künstlerischer Individualität und einem klaren musikalischen Denken. Er konzertiert regelmäßig in der Ukraine sowie auf internationalen Bühnen in Europa und den USA und ist als Interpret bekannt, dem nicht nur der Klang, sondern vor allem der Sinn der Musik wichtig ist.
Er ist Professor an der Mykola-Lysenko-Nationalen Musikakademie in Lwiw, Solist des Nationalen Hauses für Orgel- und Kammermusik der Ukraine, Träger bedeutender staatlicher Auszeichnungen und Volkskünstler der Ukraine. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt auf der Kammermusik. Sein Repertoire reicht von Bach bis Piazzolla und ist stets als geschlossene künstlerische Dramaturgie konzipiert. Einen zentralen Platz nimmt zudem die zeitgenössische ukrainische Musik ein: Er ist Erstinterpret und engagierter Vermittler von Werken u. a. von Myroslav Skoryk und Bohdana Frolyak.
Ein wesentlicher Teil seines Konzertlebens ist die langjährige Zusammenarbeit mit der Pianistin Violina Petrychenko. Zu ihren markantesten Projekten zählt ein Programm mit Musik von Valentin Silvestrov, darunter die erste vollständige Aufführung des Zyklus „Melodien der Augenblicke“ in Lwiw in einem durchgehenden Konzert ohne Pausen, ganz im Sinne der Konzeption des Komponisten. Diese Interpretation wurde von Musikkritikern sehr positiv aufgenommen und gilt als ein bedeutendes Ereignis für das Lwiwer Musikleben.